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Ich bin abgestürzt

  • Autorenbild: Alina
    Alina
  • 18. Mai
  • 3 Min. Lesezeit

Traumaintegration bedeutet mehr als Rohre flicken

Kennst du die Tage, an denen dir gefühlt alles entgleitet und du wieder zurück auf Los gehst? So ging es mir. In den letzten Wochen habe ich eine neue Meditationstechnik integriert. Ich habe mich in Abgrenzung und Erdung geübt, habe mit meinem inneren Kind eine weitere Schicht destruktiver Persönlichkeitsstruktur enttarnt und Familiengeschichte aufgearbeitet.

Ich habe mehr Grip und Tiefe erlebt – als Mutter, als Coach, in meinen Beziehungen und Verantwortlichkeiten. Ein inneres Einrasten und ich habe intuitiv verstanden, wie manche Themen ineinandergreifen. Ein Lebensthema entfaltet sich auf einer tiefen Ebene.

Im Versuch, es zu visualisieren und zu formulieren, plötzlich bleierne Müdigkeit, Brainfog, mein Geist hinter Nebelschleiern. Etwas zog mich weg. In unserer Wohnung fand eine Rohrsanierung statt – Wasserschaden. Die unterliegenden Rohre mussten gereinigt und geflickt werden. Anders als erwartet ging es plötzlich nicht mehr nur um das Erdgeschoss, auch die darüberliegenden Wohnungen waren betroffen. Von einer Stunde auf die andere mussten die höheren Stockwerke organisiert werden: kein Wasser, kein WC, Apparaturen wurden abmontiert, Familien umorganisiert. Die kompetenten Arbeiter wühlten mit allerlei Gerät in unseren Leitungen herum und zeigten mit speziellen Kameras Bilder aus den Untiefen der Abflussrohre. Spannend und zugleich erschütternd, was da alles im Dunkeln wirkt und wie es zusammenhängt.

Mein Tag geriet aus dem Ruder. Unklare Kommunikation, unstrukturiertes Arbeiten, Kontaktverlust, Erschöpfung. Die Abendroutine fiel aus, ungesunde Kompensationsstrategien griffen. Mir fehlte der Boden unter den Füssen, und wo vorher Selbstliebe- und Fürsorge präsent gewesen waren, zeigten sich Selbstabwertung und der innere Kritiker: „Da hättest du ja präsenter sein können, es kommen sehen müssen, eine wirksame Strategie anwenden und dir mehr Raum einplanen können. Integriert ist da wohl noch nicht so viel."

Genau da sitzt Trauma! Im Dunkeln, hochkomplex und mehrdimensional. Stets bereit, auf alte Schutzstrategien zurückzugreifen und dich herauszuziehen, wenn es für dein System zu viel wird. Nicht auf die Weise, die du dir wünschst, sondern direkter, sicherer. Es gleicht dem unbequemen Sicherheitschef: kaum für einen unverbindlich freundlichen Plausch zu haben, aber zuverlässig, wenn es darauf ankommt. Wie die Rohrreinigung – im Ernstfall wird erst alles abmontiert und das Wasser abgedreht, bevor repariert und gespült wird. Dort, wo noch nicht auf allen Ebenen genug Sicherheit und Klarheit besteht und Abläufe noch nicht erprobt sind, braucht es Zeit, Verständnis und Unterstützung.

Persönlichkeitsentwicklung, insbesondere Traumaarbeit, verläuft nicht linear und nach Plan. Es geht vielmehr darum, nach und nach ein umfassenderes Bild und ein tiefes Verständnis für die hohe Komplexität zu gewinnen und einen Rahmen zu erarbeiten, der Raum, Zeit und Sicherheit ermöglicht. Dabei unterstützen Therapieangebote und Coaching und arbeiten mit hilfreichen Tools wie EMDR, Somatic Experience und zahlreichen Stabilisierungs- und Ressourcenübungen.

Heute habe ich für mich einen Platz gefunden, an dem ich über die Stadt schauen kann, frische Luft atme und erkenne, wie sich aus den vielen Elementen ein grosses Stadtbild formt. Meine Meditationspraxis hilft mir, mich zu regulieren und mich wieder mit mir zu verbinden, nicht in der Tiefe und ohne grosse Erkenntnisse. Ich nehme mir Zeit, meine Wahrnehmungen zu verarbeiten und teile sie im Gespräch da wo ich mich sicher genug fühle. Kleinschrittig und anspruchslos.

Wenn du mehr über Traumaintegration erfahren und lernen möchtest, welche Meditationstechniken Traumaarbeit unterstützen oder sogar gefährden können, schaue gerne in meiner Traumasprechstunde vorbei. Gerne begleite ich dich auch im Coaching in deinem individuellen Prozess oder helfe dir, passende Unterstützungsangebote zu finden.



 

 
 
 

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